Über das Projekt
Dasselbe Instrument, das beim Aufbau hilft, hilft auch beim Zerstören. Die Grenze liegt nicht in der Absicht des Analysten, sondern darin, wer mit welcher Frage an die Daten herantritt. Genau das macht die Analyse kultureller Infrastruktur zu einer eigenständigen Disziplin.
Was das ist
Der Gegenstand der Analyse von CulturalBI ist konkret: die Kluft zwischen dem, was eine Gemeinschaft für wichtig hält, und dem, was ihre Infrastruktur tatsächlich hervorbringt.
CulturalBI analysiert kulturelle Infrastruktur — messbare institutionelle Mechanismen: Finanzierungsströme, Distributionskennzahlen, Dynamiken der öffentlichen Meinung, Systeme der Nachwuchsförderung, Muster institutioneller Anerkennung.
Kultur ist eine strategische Ressource. Diese Infrastruktur bestimmt, was produziert, was verbreitet und was im kulturellen Gedächtnis bewahrt wird. Doch sie ist nicht neutral: Jede Gemeinschaft ist um Vorstellungen des Heiligen und des Profanen organisiert — und die Infrastruktur vervielfacht diese Norm und wandelt sie in Macht um.
Das Bewertungssystem — das entscheidet, welche Narrative als legitim gelten — entsteht im philosophischen Denken. Reproduziert und vermittelt wird es jedoch nur durch die Infrastruktur.
Methode
Drei Analyseebenen — und ausschließlich verifizierbare öffentliche Daten.
Tendenz. Umfragedaten, institutionelle Berichterstattung, Medienökonomie. Was geschieht und wohin es sich bewegt.
Mechanismus. Personalentscheidungen, Finanzinstrumente, Programmdokumente. Durch welche Kette institutioneller Entscheidungen das System seinen aktuellen Zustand erreicht hat.
Quelle. Wo der philosophische Bruch innerhalb des Bewertungssystems in öffentlichen Daten sichtbar wird — und was ihn hervorgebracht hat.
Für wen
Für diejenigen, die kulturelle Infrastruktur aufbauen und mit Narrativen füllen — und die Expertise darüber brauchen, wie dieses System funktioniert.
CulturalBI beteiligt sich an der Untersuchung: Welche Narrative die Infrastruktur tatsächlich fördert, wo die Hebel des Einflusses liegen und wie man sie erreicht. Entscheidungen und die Verantwortung dafür verbleiben dort, wo sie hingehören — bei der Gemeinschaft, die mit den Konsequenzen leben muss.
Forschungskooperation
Öffentliche Berichte sind Diagnosen: Was geschieht und warum. Gemeinsame Arbeit geht weiter — und ist in einer begrenzten Zahl von Projekten möglich, dort wo das Interesse gegenseitig ist.
Erstes Gespräch — auf Anfrage. Vertraulichkeit als Standard.
Was veröffentlicht wird
Analytische Kurzberichte und Essays. Die Kurzberichte erfassen Strukturen und formulieren strukturelle Schlussfolgerungen aus den Daten. Essays bieten Autorenanalysen mit expliziter Position.
Themen: Verläufe der öffentlichen Meinung, Verschiebungen in der Distribution, Finanzierungsmuster, institutionelle Veränderungen. Jedes Stück ist mit Quellen belegt und in sechs Sprachen übersetzt.